Telefone, Fernschreiber, Uhren; auch diese Dinge sind unmittelbar mit dem Eisenbahnbetrieb verbunden.

Jede Zugfahrt oder Rangierfahrt ist mit dem Austausch von Informationen verbunden, in mündlicher, fermnündlicher oder schriftlicher Form. Von der Zugmeldung von Bahnhof zu Bahnhof und die Übermittlung von Fahrplänen und Frachtlisten bestehen die Aufgaben auch in der Verständigung mit dem Triebfahrzeugführer über Funk und Anzeige der genauen Uhrzeit auf Bahnsteigen und in den Büros.
Aus diesen Anforderungen entstanden bei den Deutschen Eisenbahnen eigenständige Abteilungen mit den entsprechenden Dienststellen. So unterschiedich und komplex die anfallenden Informationen und die Anforderungen an die Übertragung waren, so unterschiedlich entwickelten sich auch die verschiedenen Fernmeldenetze. So gab es für jeden Zweck ein separates und teilweise unabhängiges System.

Für die Projektierung und den Bau der Fernmeldenetze bei der Deutschen Reichsbahn (DDR) waren die Signal- und Fernmeldewerke (SFW) zuständig. Die Instandhaltung übernahmen die Signal- und Fernmeldemeistereien (Sfm), die in den 1980-ger Jahren in Instandhaltungswerk für Sicherungs-, Fernmelde- und Prozessautomatisierungstechnik (IwSFP) umbenannt wurden. Intern waren alle Dienststellen nochmals in teilweise sehr spezialisierte Meisterbereiche unterteilt.
 

Im Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum sind ausgewählte Fernmeldeanlagen mit den dazugehörigen Endgeräten sowie Prüf- und Messeinrichtungen nachgebildet, die bei der Deutschen Reichsbahn verwendet wurden. Soweit es technisch und rechtlich möglich ist, sind die Fernmeldeanlagen innerhalb des Museums wieder in Funktion und können vorgeführt oder selber mal ausprobiert werden.
Es stellt eine unlösbare Aufgabe dar, alle Fernmeldenetze und Anlagen vollständig darzustellen. Deshalb konzentriert sich die Museumsarbeit auf die Bereiche, die passend zu den vorhandenen Abteilungen und Schaustücken der Ausstellung das Gesamtbild ergänzen. Dabei wird das Fernmeldewesen nicht nur in einer abgeschlossenen Abteilung dargestellt, sondern zieht sich vorbildgerecht durch das gesamte Museum. So erhält der Besucher einen Überblick von den komplexen öffetlichen und nicht öffentlichen Einrichtungen und technischen Anlagen der Fernmeldetechnik.
Außerdem gibt es auch noch Baustellen im Fernmeldebereich. So fehlt für die vollständige Inbetriebnahme vieler Anlagen eine funktionierende Stromversorgung mit 60 Volt Gleichspannung. Ohne diesen Gleichrichter bleibt der Fernmelderaum nur ein unbewegliches Schauobjekt.
Alle Fernmeldeanlagen werden von ehemaligen Nachrichtentechnikern der Deutschen Reichsbahn aufgearbeitet und gepflegt. Die Vereinsmitglieder erklären die technischen Zusammenhänge und Entwicklungen der Fernmeldetechnik unter den besonderen Bedingungen der Deutschen Reichsbahn in der DDR und verraten vielleicht auch das eine oder andere Fernmeldegeheimnis aus dieser Zeit. Teilweise wird die Fernmeldetechnik durch die Vereinsmitglieder während der Öffnungszeiten auch aktiv genutzt, um das Gesamtbild von der Arbeit eines Eisenbahners eindrucksvoll zu demonstrieren.