... und das dürfen Sie im Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum durchaus wörtlich nehmen.
Im diesem Museum gibt es nicht nur Dinge zum Ansehen. Es können viele Schaustücke in Aktion erlebt oder auch mal selber ausprobiert werden.
Das Museum bietet eine vielfältige Erlebniswelt für die gesamte Familie. Nicht nur Eisenbahner und Fachleute finden interessante Sachzeugen und Informationen aus vielen Bereichen der Eisenbahntechnik. Auch der eisenbahninteressierte Besucher erhält einen Überblick über Geschichte und Technik dieses Verkehrssystems. Selbst die jüngsten Eisenbahnfans geraten ins Staunen über die großen Lokomotiven und können mal einen Blick aus dem Fenster eines Führerstandes werfen.
Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum am Schweriner Hauptbahnhof in der jetzigen Form ist das Ergebnis einer bereits über Jahrzehnte andauernden Arbeit des Vereins Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. Alle aktiven Mitglieder arbeiten Ehrenamlich und ausschließlich in der Freizeit. Darum ist das Museum nur zu ausgewählten Terminen im Jahr geöffnet.


Von der Sammlung zur Ausstellung

Ein Ziel des Vereins ist die Erhaltung und Aufarbeitung von interessanten Sachzeugen der Eisenbahn, die seit 1991 im Bw Schwerin zu einer Sammlung zusammengestellt werden. Zu dieser Zeit wurde das Bahnbetriebswerk noch durch die Deutsche Reichsbahn / Deutschen Bahn genutzt. In der ehemaligen Kantine auf dem Bw-Gelände befanden sich die ersten Vereinsräume.
Der Verein setzte sich zum Ziel, diese Sammlung in geeigneter Form der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über die Jahre vergrößerte sich die Sammlung und es kamen Schaustücke aus allen Bereichen der Eisenbahn zusammen. Zu besonderen Anlässen bzw. auf Anfrage interessierter Besucher wurde die Sammlung als "Ausstellung zur Eisenbahngeschichte" immer bekannter. Besonders Kindergruppen und Schulklassen nahmen das Angebot des Verein gerne in Anspruch. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn wurde die Ausstellung in das Konzept "Kindergeburtstag bei der Eisenbahn" eingebunden. Es zeichnete sich bald ab, dass die Platzkapazitäten erschöpft waren und die Ausstellung langsam unübersichtlich wurde, so dass nach Alternativen für die öffentliche Präsentation gesucht wurde.
Nach Auflassung des Bw Schwerin konnte der Verein die Lokomotivwerkstatt als neue Vereinsräume übernehmen. Nach Umgestaltung und Renovierung der Räume erfolgte stückweise der Umzug der Sammlung. Somit war es erstmals möglich auch ein Teil der Fahrzeuge in die Ausstellung zu integrieren. Das Konzept der Sammlung wurde grundlegend überarbeitet und die Schaustücke sowie Fahrzeug thematisch neu geordnet. Neue Ideen entstanden und wurden verwirklicht. So konnten erstmals die Stellwerke als funktionsfähiges Gesamtprojekt in das Konzept eingebunden werden.


Von der ersten Lokomotive zur Fahrzeugsammlung

Die erste durch den Verein betreute Lokomotive war die Dampflokomotive die 91 134. Diese war im Stand 1 des Ringlokschuppens im Bw Schwerin untergestellt. Das Ziel, diese Lokomotive betriebsfähig aufzuarbeiten, wurde im Jahr 1991 erreicht. Mit den bereits vorhandenen historischen Wagen wurden dann die ersten Sonderfahrten organisiert. Neben dem Aufbau und der Betreuung der Ausstellung hat der Verein intensiv am Aufbau eines eigenen historischen Personenzuges für Sonderfahrten gearbeitet. Ebenso vergrößerte sich sie Sammlung an verschieden Dampf- und Diesellokomotiven, ein Teil davon als Leihgaben vom DB-Museum Nürnberg und anderen Firmen. Die Unterstellung der Lokomotiven erfolgte im Ringlokschuppen, die Wagen mussten teilweise unter freiem Himmel auf dem Schweriner Güterbahnhof abgestellt werden.
Mit Einzug in die ehemalige Lokwerkstatt wurden alle Fahrzeuge ins Bw Schwerin geholt. Jedoch hatte sich der Fahrzeugbestand derart vergrößert, dass nicht die komplette Sammlung im öffentlichen Teil des heutigen Museum Platz gefunden hat und teilweise nur auf Anfrage zu besichtigen ist.


Ein Museum entsteht

Das öffentliche Interesse stieg und die Sammlung wurde zunehmen neben den angemeldeten Führungen an regelmäßigen Öffnungstagen zugänglich gemacht. Der nächste konsequente Schritt war im Jahr 2006 die Gründung des Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseums in den von der Deutschen Bahn angemieteten Gebäuden und Räumen. Seitdem wird das Ergebnis der Vereinsarbeit mindestens einmal im Monat an den festgelegten Öffnungstagen und zu besonderen Veranstaltungen gezeigt. Im Dezember 2011 konnte der Verein den museal genutzten Teil des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Schwerin kaufen und damit das Museum dauerhaft am Schweriner Hauptbahnhof etablieren.
Mit dem Betrieb als Museum haben sich die Aufgaben der Vereinmitglieder stark geändert und natürlich auch erweitert. Neben der Erhaltung der Fahrzeuge und Sachzeugen sowie der Organisation von Sonderfahrten stehen jetzt die Gestaltung und Pflege des Museumsgeländes im Vordergrund der Vereinsarbeit. Aber eine Sache ist für die Mitglieder des Vereins Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. über all diese Jahre gleich geblieben. Alle anstehenden Aufgaben werden immer noch ausschließlich als ehrenamtliche Tätigkeit in der Freizeit bewältigt. Sei es bei der Absicherung der Öffnungstage und Veranstaltungen direkt vor Ort im Museum, oder bei den notwendigen (bürokratischen) Tätigkeiten fast täglich nach der Arbeit zu Hause.